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Herta Burger-Ringer
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Sonntag, 16. Mai 2010 |
Herta Burger-Ringer
Hertaburi-mexiko@yahoo.de
Ich lebe mit meinem Mann (Prof. Dr. Konrad Ratz) vorwiegend in Mexiko und freue mich jedes Mal, wenn wir nach Österreich kommen auf die Quart-Hefte. Ich bin evangelisch, habe jahrelang aktiv in Graz an ökumenischen Treffen teilgenommen, war zu tiefst enttäuscht, als alle Bemühungen des 2. Vatikanums wieder rückgängig gemacht wurden, vor allem aber, dass Papst Benedikt XVI. unsere Konfession ablehnte. Gerade jetzt wäre aber ein Zusammenrücken aller Christen gegenüber dem Islam besonders wichtig. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“. An der Vielfalt kann man gegenseitig viel lernen. Es gibt mir viel Hoffnung, dass der österreichische Akademikerverband mutig viele Missstände aufgreift oder vor allem gefiel mir der Brief an den Papst des ägyptischen Jesuiten: „Kirche am Abgrund“.
Ich könnte fast zu jedem Artikel der letzten Nummer auch meine meist sehr positiven Erfahrungen in katholischen Kirchen (in Neuseeland und Mexiko: beide Länder fern von Rom!) mitteilen, vor allem zu „Vielfalt der Liturgie“ oder ökumenisch gemischte Gottesdienste in Graz. Es steht mir nicht an, Kritik zu üben, aber gerade Frauen als Priesterinnen wären sehr wünschenswert! Ich denke an Frau DR. Herlinde Pissarek-Hudelist, langjährige Dekanin der theologischen Fakultät Innsbruck, Mutter von 4 Kindern, die mich tief beeindruckt hat.- Oder an Frau Mag. Begusch, die ebenfalls leider bereits verstorben ist. Dazu ist anzumerken, dass es auch in der evangelischen Kirche „trotz allgemeinen Priestertums“ Probleme gibt. Man wollte Frau Mag. Begusch verbieten, das Abendmahl zu reichen. Sie erhielt erst nach allgemeiner Bitte aller Kirchenbesucher die Erlaubnis dazu, und es waren die am meisten beeindruckenden und ergreifenden Eucharestiefeiern, die ich je erlebt habe! Es war, wie wenn ein göttlicher Funke auf die Abendmahlgäste herabsprang.- Hier möchte ich erwähnen, dass diese Gottesdienste in der Wochenkapelle der katholischen Kirche Kroisbach stattfanden, zu der hauptsächlich gemischt konfessionelle Ehepaare kamen und gemeinsam an den Tisch des Herrn geladen waren.
Zum Priestertum aller gläubigen evangelischern Christen möchte ich erwähnen, dass meine Mutter für mich die beste Religionslehrerin war.-
Zwei kleine Geschichten möchte ich hier noch anhängen. Vor etwa 15 Jahren hielt ein evangelischer Pastor stets in der Lutherkapelle des LKH Graz eine bemerkenswerte Predigt, die sehr oft sein katholischer Freund, ein Baumeister, besucht hat. Eines Sonntags kam dem Pastor eine dringende Angelegenheit dazwischen, aber er konnte keinen Ersatz finden. So rief er kurzerhand seinen Freund an, sagte ihm eilig die Bibelstelle, und der Baumeister, ein profunder Kenner der Bibel, hielt den Gottesdienst. Ich bin sicher, dass seine Stegreifpredigt überzeugend war, und er den Kranken Trost gab, wenn auch ohne Talar und ohne Abendmahl.-
Ich bin seit 1996 ökumenisch kirchlich verheiratet. Am Weihnachtstag dieses Jahres besuchte ich die katholische Kirche, in der wir getraut worden waren. Ich ging mit meinem Mann zur Kommunion und wurde vor allen Kirchenbesuchern mit einem kleinen Backenstreich ohne Kommunion weggeschickt.- Mein Mann, der ein pünktlicher Kirchenbesucher bis dahin war, und ich unternehmen alles gemeinsam. Nur zum Tisch des Herrn dürfen wir nicht zusammen gehen (außer in der evangelischen Kirche). Ich hatte damals große Sorgen, und es war mir ein großes Bedürfnis, die Eucharistie zu empfangen. Wie sehr uns beide die Abweisung getroffen hat, kann ich nicht schildern. Ich kann Herrn Prof. Harnoncourt nicht genug danken, dass er sich so für eucharistisches Fasten einsetzt. Ich glaube, dass ein Mensch, dem die Kommunion nichts bedeutet, ohnedies nicht hingeht.- Später erhielten wir über Vermittlung durch Frau Oberin Gleixner von Herrn Kardinal Schönborn die „Erlaubnis“ nach vorhergehender Bitte in unserer zuständigen Kirche, dass ich zur Kommunion gehen darf. Dieses Angebot haben wir abgelehnt.…
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